Hessische Meisterschaften in Baunatal

35 Medaillen für den TV Wetzlar 1847, Berneaud + Staffel für DM qualifiziert

Gold für Elena Peppler, Roswitha Goy, Sarah Berneaud, Adrian und Christian Balser

 

 
Die Hessischen Meisterschaften und Jahrgangsmeisterschaften im Schwimmen standen am Wochenende in Baunatal auf dem Programm. Die Jahrgänge 1992 – 1996 männlich sowie 1992 – 1998 weiblich ermittelten Ihre Jahrgangssieger, in der offenen Klasse wurden die schnellsten Schwimmer/innen Hessens gesucht. Die WM-Teilnehmer Yannick Lebherz und Jenny Mensing führten das Feld der Hessischen Spitzenschwimmer/innen an. Neben Ihnen gingen insgesamt 43 Vereine und Startgemeinschaften an den Start, die Ihre 368 Sportler zu knapp 2000 Einzel- und Staffelstarts gemeldet hatten. Der TV Wetzlar 1847war mit 27 Sportlern und 133 Einzelstarts vertreten – eines der größten Aufgebote bei dieser Meisterschaft. Außerdem brachten die Domstädter Staffeln bei den Landestitelkämpfen an den Start. Mit 35 Medaillen – 10 Goldene, 16 Silberne und 9 in Bronze stellte der TV Wetzlar 1847 wieder einmal das erfolgreichste Team aus Mittelhessen und das siebt beste Team in Hessen! TVW – Abteilungsleiter Reinhard Felten war angesichts von 104 neuen Bestzeiten zufrieden: „44 Medaillen im Jahrgang, Einzelsportler und die Damenstaffel für die Deutschen qualifiziert – eine sehr gute Meisterschaft für uns, und das, obwohl unser Bad in Wetzlar seit April wegen Sanierung geschlossen ist!“ Ihre ersten Hessischen Meisterschaften erlebte Svea Boßerhoff (Jg.93) in Baunatal. Die Jurastudentin ist im Sommer von Hildesheim nach Wetzlar gewechselt und gestaltete Ihre Meisterschaftspremiere erfolgreich. Vizemeisterin in der Juniorenklasse (Jg.92+93) wurde Sie über 400m Lagen (2. / 5:17,68) und 400m Freistil (2. / 4:35,52). In der offenen Klasse wurden die „langen Strecken“ über 800m und 1500m Freistil gewertet. Hier belegte sie in guten 9:14,38 Minuten bzw. 17:44,68 Minuten jeweils den undankbaren vierten Platz. „Auf beiden Strecken habe ich mich für die Deutschen qualifiziert, da werde ich versuchen noch schneller zu sein“ zeigte sie sich zufrieden mit Ihrem Wettkampf. Erstmals qualifiziert für die „Hessischen“ hatte sich Charlotte Lang (Jg.97), die in 36,05 Sekunden über 50m Rücken den 12. Platz belegte. Es gab aber noch eine weitere Premiere zu feiern. Im Jahrgang 1994 wurde Roswitha Goy erstmals in Ihrer Karriere Hessische Jahrgangsmeisterin – und das gleich doppelt! „Für Rosi freue ich mich besonders, den sie hat sehr gut trainiert und war endlich mal verletzungsfrei – mit sieben Medaillen außerdem die erfolgreichste Schwimmerin für uns!“ lobte Trainer Uwe Hermann seinen Schützling. Dabei begann der Wettkampf eigentlich unglücklich. Im ersten Rennen über 50m Freistil blieben die Uhren bei sehr guten 27,92 Sekunden stehen – 0,02 Sekunden langsamer als die Siegerin. Auf den zweiten Rang platzierte sie sich dann noch über 50m Schmetterling (2. / 30,34) und 100m Freistil (2. / 1:00,96). Diese Silbermedaillen gaben Ihr aber Auftrieb und so gewann die 16-jährige die Entscheidungen über 100m Schmetterling (1. / 1:07,53) und 100m Lagen (1. / 1:09,43). Im Rennen über 100m Lagen gelang dem TV Wetzlar sogar ein Doppelsieg, belegte Elena Peppler (Jg.94) doch in 1:09,78 Minuten den zweiten Platz. Peppler dominierte Ihren Jahrgang dann im Brustschwimmen nach belieben und siegte mit deutlichem Vorsprung über 50m (1. / 34,27), 100m (1. / 1:13,72) und 200m Brust (1. / 2:42,89). Auf der 100m Strecke unterbot Sie damit zudem die Norm für die Deutschen Meisterschaften, die sie auf der 50m Strecke um 0,27 Sekunden verpasst hatte. Auf den drei Bruststrecken ist sie damit in Hessen - in der offenen Klasse – auf den Plätzen fünf und sieben. „Auf den 100m Freistil gibt es eine imaginäre Schallmauer von 60 Sekunden – diese wollten wir unterbieten“ erklärt der A-Trainer des TVW mit Hinblick auf Sarah Berneaud (Jg.96). Diese Zeit ist zugleich Qualinorm für die Deutschen in drei Wochen in Wuppertal. Berneaud zeigte sich in Baunatal in absoluter Topform und so lag die Hoffnung auf den 100m Freistil. In einem nahezu perfekten Rennen waren nur die Zeitnehmer „etwas zu langsam“ – im Ziel blieben die Uhren bei 1:00,29 Minuten stehen – 0,29 Sekunden fehlten zu den „Deutschen“, so wurde Berneaud aber das erste Mal in Ihrer Karriere Hessische Jahrgangsmeisterin. Dieser Erfolg beflügelte die 15-jährige zu einer weiteren Goldmedaille über 200m Freistil, wo sie zudem in sehr guten 2:09,28 Minuten die Norm für die Deutschen Meisterschaften unterbot. Das gelang Ihr dann nochmals über 50m Freistil (2. / 27,77). „Jetzt knacke ich bei der DM die Schallmauer“ zeigte sie sich am Ende des Wettkampfes kämpferisch! Nur eine Sekunde lagen zwischen Stephanie Fuhrländer (Jg.97) und der Siegerin über 200m Lagen bei den Landesmeisterschaften. In guten 2:33,55 Minuten belegte sie den undankbaren vierten Platz. Mit Wut im Bauch ging Sie dann über 200m Freistil an den Start. Eine Steigerung von mehr als fünf Sekunden auf gute 2:14,71 Minuten bedeutete den zweiten Rang und die damit verbundene Silbermedaille. Vizemeisterin in Ihrem Jahrgang wurde Fuhrländer dann auch noch über 400m Freistil, hier schlug Sie nach 4:45,23 Minuten an. Zufrieden war der Trainer auch mit Isabel Blanco-Gonzalez (Jg.98), die sich für acht Starts qualifiziert hatte und jedem ihre alte Bestzeit pulverisierte. Ihr beste Ergebnis gelang dem Nachwuchstalent über 50m Brust, wo Sie in guten 38,03 Sekunden den fünften Platz erreichte. „Isabel hat einen sehr starken Jahrgang erwischt, alleine drei verschiedene Deutsche Jahrgangsmeisterinnen kommen aus Hessen, da ist es mit einer Medaille extrem schwer“ erläutert TVW-Schwimmer Chef Reinhard Felten und fügt hinzu: „Mit Platz fünf und sechs über 400m Freistil hat sie das Optimum aus sich herausgeholt und ein Extralob verdient!“ 400m Freistil beendete Sie in guten 5:00,99 Minuten, achte wurde Sie zudem über 200m Freistil in 2:22,46 Minuten. Ein besonderes Highlight war die 4x 50m Freistilstaffel der Damen. In der Besetzung Berneaud, Goy, Fuhrländer und Boßerhoff unterbot das Quartett in ausgezeichneten 1:52,63 Minuten die Norm für die offenen Deutschen Kurzbahnmeisterschaften – erstmals in der Geschichte der TVW-Schwimmabteilung!

Die Jungs brauchten sich in Baunatal aber nicht hinter den Mädchen zu verstecken. Christian Balser (Jg.93), der in der Juniorenklasse mit dem Jahrgang 1992 zusammen gewertet wurde, gewann die Goldmedaille über 50m Schmetterling (1. / 26,70). Mit dem Gewinn der Bronzemedaille über 100m Rücken (3. / 59,81) unterbot er erneut die Qualizeit für die Deutschen Meisterschaften. Leider ohne Medaille blieben Konstantin Veit, Chris Hartmann und Alex Schönfeld (alle Jg. 1993) auf den Bruststrecken. Auf der 200m Strecke hätte es zu einem Dreifacherfolg gereicht, aber durch die Juniorenwertung waren drei Schwimmer des älteren Jahrgangs schneller und so blieb dem Trio nur die Plätze vier (Veit /2:32,03), fünf (Hartmann / 2:38,49) und sechs (Schönfeld / 2:39,10). Seine erste Medaille auf Landesebene holte sich Leonard Schneider (Jg.95) in Baunatal ab. Er belegte über 400m Lagen in 5:09,49 Minuten den dritten Platz. Knapp an einer weiteren Medaille vorbei schwamm er über 400m Freistil (4. / 4:25,77). Sieben Medaillen – zwei in Gold und fünf in Silber – sind die Bilanz von Adrian Balser (Jg.96) bei diesen Meisterschaften. „Hessenmeister“ im Jahrgang wurde er über 200m Rücken (1. / 2:14,02) und 200m Lagen (1. / 2:16,58). Hinter dem Deutschen Jahrgangsmeister Alexander Kunert aus Gelnhausen belegte er in Top-Zeiten über 400m Freistil (2. / 4:14,11) und 200m Freistil (2. / 1:58,46) den zweiten Platz. „Speziell das Rennen über 200m Freistil hat mir sehr gut gefallen, unter der Zwei-Minuten-Marke zu bleiben ist schon ein Meilenstein und spiegelt die guten Trainingsleistungen wieder“ fand Trainer Uwe Hermann lobende Worte für seinen Schützling. Die hatte er auch für Paul von Rosen (Jg.96) übrig, der einen famosen Wettkampf bot, der leider nicht mit einer Medaille gekrönt wurde. Erstmals unter der Schallmauer von 60 Sekunden blieb der Gymnasiast über 100m Freistil, wo er in 58,82 Sekunden anschlug. Eine Sekunde fehlt am Ende in der Entscheidung über 400m Freistil. In einem couragierten Rennen fehlte auf den letzten Metern einfach die Kraft um den Konkurrenten auf die Bronzemedaille noch abzufangen. Mit einer Steigerung von mehr als 15 Sekunden auf gute 4:28,81 Minuten blieb „Paul“ nur der undankbare vierte Platz.